SGK NRW Baranowski: „Gute Löhne für gute Arbeit – Beifall ist nicht genug“

Der Vorsitzende der sozialdemokratischen Kommunalpolitikerinnen und Kommunalpolitiker in NRW, Gelsenkirchens Oberbürgermeister Frank Baranowski, äußert Verständnis für die Forderung der Gewerkschaften nach mehr Lohn im öffentlichen Dienst.

„Gute Arbeit muss gut bezahlt werden“, so Baranowski. Insbesondere im Bereich der Pflege sei die Forderung nach mehr Gehalt „absolut nachvollziehbar“ denn „nur Beifall für diese Arbeit zu spenden, ist nicht ausreichend“.

Für knapp 150.000 Pflegekräfte im Öffentlichen Dienst geht es seit Anfang September bei den Tarifverhandlungen für Bund und Kommunen um ihr zukünftiges Gehalt.

Für die kommunale Seite adressiert Baranowski dabei aber eine klare Forderung in Richtung Landesregierung: „Die Kommunen können steigende Tariflöhne insbesondere angesichts wegbrechender Einnahmen aufgrund der Corona-Pandemie nicht alleine stemmen“, so Gelsenkirchens Oberbürgermeister und erwartet zu dieser Forderung die Unterstützung der Gewerkschaften.

„Das Land muss endlich eine dauerhafte und strukturell ausreichende Finanzierung der Kommunen sicherstellen, bei der auch Lohnsteigerungen eingepreist sind“. Dies würde Städte, Gemeinden und Kreise in die Lage versetzen, auch weiterhin als attraktive Arbeitgeber auf dem Arbeitsmarkt auftreten zu können.

„In vielen Kommunen steht ein Generationswechsel in den Verwaltungen an. Daher muss dort bereits heute einem künftigem Fachkräftemangel vorgebeugt werden“, erläutert Baranowski. Neben guten und flexiblen Arbeitsbedingungen sei auch ein angemessenes Gehalt wichtig, um Nachwuchskräfte gewinnen zu können.

In Richtung der Gewerkschaften fordert Baranowski aber „Tarifverhandlungen mit Augenmaß“. Insbesondere die Ankündigung von Streikmaßnahmen in Kitas hält Baranowski für den falschen Weg: „Durch die vergangenen coronabedingten Kitaschließungen haben viele Mütter und Väter bereits viel Jahresurlaub zur Kinderbetreuung investieren müssen. Die Familien sollten nicht durch streikbedingte Kitaschließungen noch weiter belastet werden.“