100 Tage vor der Wahl - Ulla Woltering, Bürgermeisterkandidatin in Ahlen

Ein Interview.

Ulla Woltering

Ulla Woltering möchte als erste Frau auf dem Chefsessel im Ahlener Rathaus Platz nehmen. SPD, Grüne und Linke haben die 53-jährige Leiterin des Fachbereichs Jugend und Soziales bei der Stadt Ahlen als gemeinsame Kandidatin für die Bürgermeisterwahl am 13. September aufgestellt, am 16. Mai soll sie nominiert werden.

Du kandidierst als Bürgermeisterin für die Stadt Ahlen. Wie laufen deine Vorbereitungen für den Wahlkampf und wie geht es Dir dabei?
Ich fühle mich für meine neue große Herausforderung gut gewappnet, werde von drei Parteien aktiv unterstützt und erfahre sehr viel Zustimmung und Zuspruch aus der Ahlener Bevölkerung. Dies ist natürlich das Wichtigste!

Zunächst möchte ich gemeinsam mit den Parteien und im Gespräch mit den Bürgerinnen und Bürgern inhaltliche Positionen und Perspektiven für die nächsten Jahre erarbeiten. Im Wahlkampfteam werden wir dann informative Materialien und attraktive Veranstaltungen vorbereiten. Und: Es geht mir gut!

Die Sommerferien enden genau einen Monat vor der Wahl. Das heißt, die „heiße Phase“ ist relativ kurz. Wie nutzt Du die Sommerferien?

Ich möchte möglichst vielen Menschen bei Sommer- und Straßenfesten begegnen und werde viele auch daheim besuchen. Eine sehr gute Zeit zur persönlichen Vorstellung und für offene Gespräche! Aber ein paar Tage in den Ferien nutze ich auch für einen Urlaub mit meinem Mann.

Die Stadt Ahlen steht vor individuellen Herausforderungen. Du kennst die Stärken und Schwächen Deiner Stadt ganz genau. Welche Themen machst Du „zur Chefsache“?
Die frühere Bergbaustadt Ahlen befindet sich nach wie vor im wirtschaftlichen Strukturwandel. Die Förderung der Unternehmen und der Beschäftigung bleibt deshalb eine zentrale Aufgabe. Daneben die soziale Integration: Kinder wie Seniorinnen und Senioren, die Menschen mit Zuwanderungsgeschichte, die Menschen mit Handicaps - in einer inklusiven Gesellschaft haben alle ein Recht auf aktive Teilhabe. Eine entscheidende Voraussetzung sehe ich in der interkulturellen Öffnung der Verwaltung, die ich gezielt angehen werde. Zudem sorgt das bürgerschaftliche Engagement in unserer Stadt für Zusammenhalt und gutes Miteinander – hier will ich noch bessere Rahmenbedingungen schaffen.

Hohe Priorität hat auch die finanzielle Situation. Gemeinsam mit allen Fraktionen des Stadtrates werde ich systematisch die Ausgaben analysieren und Einsparungen erarbeiten. Zugleich werde ich als Verwaltungschefin in den Fachbereichen ein effektives Fach- und Finanzcontrolling installieren. Damit beginne ich jetzt schon in meinem Fachbereich Jugend und Soziales.

Hochinteressant finde ich die planerische und bauliche Entwicklung unserer Stadt: den Umgang mit Baudenkmälern und Industriebrachen, die Einzelhandels- und Wohnbauentwicklung, die Bewältigung der Verkehrsprobleme, um nur einige Stichworte zu nennen. Auch die dringende Sanierung des Rathauses gehört dazu.

In meiner bisherigen Tätigkeit habe ich durch Modellprojekte und Förderprogramme nicht nur viel Geld, sondern auch sozialpolitische Innovation nach Ahlen geholt. Diese Instrumente werde ich für die Erneuerung unserer Stadt weiterhin aktiv nutzen.

Mein Motto „Mit Herz, Hand und Verstand“ bedeutet: Ich stelle den Menschen in den Mittelpunkt und gehe die Aufgaben mit nachhaltigen Konzepten und Strategien konkret und pragmatisch an.

In Ahlen finden Bürgermeisterwahlen statt, es werden aber weder Stadtrat noch Landrat gewählt. Wie motivierst Du die Bürgerinnen und Bürger zum Gang ins Wahllokal?
Mit den Parteien, die mich unterstützen, werde ich die Menschen durch attraktive Veranstaltungen und kreative Öffentlichkeitsarbeit auf die Wahl einstimmen. Wir haben eine Chance zu gewinnen und sind hoch motiviert.
Es ist gut, dass die Bürgermeisterwahl künftig wieder gemeinsam mit dem Stadtrat stattfindet, weil dann insgesamt mehr Mobilisierung stattfindet.