100 Tage vor der Wahl - Olaf Schade, Landratskandidat im Ennepe-Ruhr-Kreis

Ein Interview aus der KOMMUNALEN

Olaf Schade

Olaf Schade möchte Landrat im Ennepe-Ruhr-Kreis werden. SPD und Grüne haben den 46-jährigen Juristen gemeinsam als Kandidaten für die Landratswahl am 13. September aufgestellt.

Lieber Olaf, noch knapp 100 Tage bis zur Wahl. Du kandidierst als Landrat im Ennepe-Ruhr-Kreis. Wie laufen die Vorbereitungen und wie geht es Dir dabei?
Mir macht das große Freude. Ich erfahre sehr viel Zuspruch aus der Bevölkerung und Unterstützung durch Partei und Fraktion. Der Austausch mit den Grünen ist gut. Das bestärkt mich und stimmt mich zuversichtlich. Aufgaben und Funktion des Landrats sind ja wenig bekannt. In der frühen Phase geht es darum, die Bedeutung der Wahl zu vermitteln und die zu motivieren, die den Wahlkampf tragen werden. Das ist in Gevelsberg, Sprockhövel und Wetter besonders wichtig, weil in den drei Städten nicht gleichzeitig auch Bürgermeister gewählt werden.
 
Die Sommerferien enden genau einen Monat vor der Wahl. Die wirklich „heiße Phase“ des Wahlkampfs ist kurz. Wie nutzt Du den Sommer?
Die Mehrzahl der Menschen ist auch in den Ferien da. Die Besonderheit des Ennepe-Ruhr-Kreises ist eine große Vielfalt auf kleinem Raum. Gerade um die Kreispolitik ins Bewusstsein zu bringen, wollen wir zu Wasser auf der Ruhr und zu Lande per Rad, zu Fuß, mit Bus und Bahn übergreifende Aktionen durchführen. Der Kreis ist ja für Mobilität zuständig. Ich werde auf die Menschen zugehen, bei Seniorentreffen, in AWO-Gruppen und bei vielen Vereinen, die Jusos bereiten Aktionen für jüngere Leute vor.

Als erfahrener Kommunalpolitiker kennst Du die Stärken und Schwächen des Kreises. Was erklärst Du zur „Chefsache“, um es kurzfristig anzugehen?
Das eine dominierende Thema gibt es in der Kreispolitik nicht, wichtig ist die Kooperation der Beteiligten, zwischen den Städten und in der Politik. Dabei kommt es auf die Inhalte an. SPD und Grüne stehen für sozialen Zusammenhalt, Förderung des Ehrenamts, nachhaltige Mobilität, Energieeffizienz und aktive Wirtschaftsförderung, etwa durch eine Initiative zum Breitbandausbau. Die interkommunale Zusammenarbeit ist bei mir „Chefsache“. Die Offenheit dafür ist groß, auch über SPD und Grüne hinaus. Im Kreistag, wo ich Vorsitzender der SPD-Fraktion bin, haben wir einen „Solidarpakt EN“ gemeinsam mit der FDP initiiert. Die Bereitschaft zur Kooperation in Querschnittsbereichen wächst, etwa bei der Aufnahme von Flüchtlingen, der Integration, der Inklusion oder der Schulentwicklungsplanung. Da hilft der Kreis bei der Abstimmung und Vernetzung.

Mein Wahlslogan lautet übrigens Rot-Grün-Schade. Er erinnert daran, dass ich von mehreren Parteien aufgestellt wurde.

Wie motivierst Du die Bürgerinnen und Bürger zum Gang ins Wahllokal am 13. September?
Die teils isolierte Landratswahl wie überhaupt die von Rats- und Kreistagswahlen getrennten Wahlen für Bürgermeister- und Landratsämter sind eine wirkliche Herausforderung. Gut, dass sich das 2020 ändern wird. Wir haben bei den Kreistagswahlen 2014 in zwei Wahlbezirken Nachwahlen gehabt, weil Kandidaten kleinerer Parteien verstorben waren. Daher haben wir Erfahrungen. Insgesamt gilt der Satz von Willy Brandt: „Nichts kommt von selbst. Und nur wenig ist von Dauer. Darum – besinnt Euch auf Eure Kraft und darauf, dass jede Zeit eigene Antworten will und man auf ihrer Höhe zu sein hat, wenn Gutes bewirkt werden soll.“